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Sagenwegstation - Die Thierseer Jochgeier

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Wandern

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Tourenbeschreibung

Eine alte Sage erzählt von riesigen Vögeln – und einem mutigen Jungen.

Rabe Ferdinand vom Kufsteinerland erzählt:KRAH! Hinter vielen Sagen stecken wahre Ereignisse, die immer weitererzählt und dabei verändert worden sind. Die gefürchteten „Jochgeier“ waren wohl Bartgeier, die in den Alpen selten geworden sind. Sie haben 280 cm Flügelspannweite und können auch große Beutestücke tragen.Vor langer Zeit stand am Wiesenrand in der Breitenau eine ärmliche Keusche, in der eine kinderreiche Taglöhnerfamilie lebte. Alle mussten tüchtig mit anpacken, damit wenigstens einmal am Tag warmes Essen auf den Tisch kam. An einem heißen Sommertag gingen die Eltern mit den größeren Kindern fort, um den Breitenau-Bauern bei der Heuarbeit zu helfen. Nur die beiden Jüngsten, ein Krabbelkind und der fünfjährige Hansl, sollten zuhause bleiben. „Du schichtest das Brennholz da auf und schaust auf den Kleinen“, mahnte die Mutter, „wir sind auf d’ Nacht wieder da. Bleibt immer schön beim Haus, sonst holt euch die Pendling- Hex’ oder der Jochgeier!“ „Pffff – die gibt’s ja gar net!“, spottete der Hansl, „am Tag sollen wir uns vor der Hex’ und vorm Jochgeier fürchten, und auf d’ Nacht vor der Habergoaß und vorm Gatterl-Geist. Wenn’s nach dir ginge, kämen wir überhaupt nimmer aus’m Haus!“. „Glaub’s oder glaub’s net“, sagte die Mutter streng, „aber pass auf!“ Das versprach der Hansl. Er band dem kleinen Bruder einen Strick um den Bauch, damit er nicht allzu weit fortkrabbeln konnte, und begann dann seufzend den Holzstoß aufzuschichten. Da war ihm mit einem Mal, als ob eine Wolke die Sonne verdunkle, und im nächsten Moment hörte er das Brüderchen jämmerlich schreien. Der Hansl fuhr erschrocken herum und sah den Kleinen in den Fängen eines riesigen Vogels, der heftig mit den Flügeln schlug, weil er seine Beute wegen des Strickes nicht wegtragen konnte. „Na wart, du Sauviech!“, schrie der Hansl voller Zorn, „mein Brüderl kriegst du nit!“ Er lief hin und schlug dem Jochgeier mit aller Kraft das Holzscheit auf den Kopf, das er gerade in der Hand hielt, sodass der Vogel das Kind ins Gras fallen ließ und laut krächzend davonflog. Der Hansl hob den weinenden Kleinen auf, band ihn los und trug ihn mit zitternden Knien ins Haus. Das Brüderchen hatte nur ein paar Kratzer davongetragen, aber der Hansl einen Schrecken fürs ganze Leben: Die Thierseer erzählten noch lange vom Jochgeier-Hansl, der ständig über seine eigenen Füße stolperte, weil er im Freien immer den Blick zum Himmel gerichtet hielt.Weißt Du, wie groß Du ungefähr bist? Wenn Du 140 cm misst, messen auch Deine ausgebreiteten Arme 140 cm. Wie viele Kinder und Erwachsenen müssen sich nebeneinander stellen, um die Flügelspannweite des Jochgeiers zu erreichen? Versuch es einmal!... KRAH!

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