Eine geheimnisvolle Gestalt wacht über den Wald – und bestraft jene, die ihn zerstören.
Rabe Ferdinand vom Kufsteinerland erzählt:KRAH! An der Jägerkapelle wollte einst ein verzweifelter Deserteur seinem Leben ein Ende machen, als er die hellen Glocken der Hinterthierseer Pfarrkirche hörte und sich besann. Doch auch die folgende Sage soll sich hier zugetragen haben...Vor langer Zeit gab es im dichten Wald zwischen Thiersee und Brandenberg sogar noch mehr Reh-, Rot- und Gamswild als heute. Das freute nicht nur die Jagdberechtigten, sondern lockte auch gewissenlose Wilderer an, die ohne zu zögern alles schossen, was ihnen vor die Büchse kam. Einmal stieg ein Senner mit einer schweren Kraxe voll Butter und Käse von der Alm, als er auf einem Hügel eine würdevolle Gestalt stehen sah. Die hohe Frau trug einen moosgrünen Hut und ein langes, faltenreiches Gewand, das wie ein altmodischer Jagdrock wirkte. Verwundert blieb der Senner stehen. So eine schöne und zugleich unheimliche Frau hatte er noch nie gesehen! Sie sah ihn freundlich an und sagte: „Senner, ich brauche deine Hilfe. Früher gab es auf diesem Berg eine Fülle von edelstem Wild. Doch schändliche Menschen stellen ihm nach und schonen nicht einmal die Jung- und Muttertiere. Das muss ein Ende haben. Ich bestelle Dich zum Hüter meines Waldreichs und möchte, dass Du die bösen Wildschützen vertreibst.“ Dem Senner lief ein Schauer über den Rücken, als er das hörte, und er hätte nur zu gerne Nein gesagt. Aber die Waldfrau drohte ihm mit dem Finger und sprach gleich weiter: „Wenn du mir nicht gehorchst, werde ich auch die Tiere auf deiner Alm nicht mehr länger schützen, sodass kein Stück deiner Herde am Leben bleibt!“ Den Senner graute, aber er willigte ein und hielt das Versprechen, so lange er lebte. Seit damals vermehrten sich die Bestände wieder, und die alten Thierseer erzählten, dass der Wald seither nie mehr ohne Wild gewesen ist – aber auch, dass so mancher Wilderer darin auf Nimmerwiedersehen verschwand.Aber vielleicht kannst ja Du eine Spur der geheimnisvollen Waldfrau entdecken? Es heißt, dass jeder ihrer Hand- und Fußabdrücke einen Flecken Moos hinterließ. Also sieh Dich um und schau, wo sie gegangen oder gesessen sein könnte... KRAH!
Rabe Ferdinand vom Kufsteinerland erzählt:KRAH! An der Jägerkapelle wollte einst ein verzweifelter Deserteur seinem Leben ein Ende machen, als er die hellen Glocken der Hinterthierseer Pfarrkirche hörte und sich besann. Doch auch die folgende Sage soll sich hier zugetragen haben...Vor langer Zeit gab es im dichten Wald zwischen Thiersee und Brandenberg sogar noch mehr Reh-, Rot- und Gamswild als heute. Das freute nicht nur die Jagdberechtigten, sondern lockte auch gewissenlose Wilderer an, die ohne zu zögern alles schossen, was ihnen vor die Büchse kam. Einmal stieg ein Senner mit einer schweren Kraxe voll Butter und Käse von der Alm, als er auf einem Hügel eine würdevolle Gestalt stehen sah. Die hohe Frau trug einen moosgrünen Hut und ein langes, faltenreiches Gewand, das wie ein altmodischer Jagdrock wirkte. Verwundert blieb der Senner stehen. So eine schöne und zugleich unheimliche Frau hatte er noch nie gesehen! Sie sah ihn freundlich an und sagte: „Senner, ich brauche deine Hilfe. Früher gab es auf diesem Berg eine Fülle von edelstem Wild. Doch schändliche Menschen stellen ihm nach und schonen nicht einmal die Jung- und Muttertiere. Das muss ein Ende haben. Ich bestelle Dich zum Hüter meines Waldreichs und möchte, dass Du die bösen Wildschützen vertreibst.“ Dem Senner lief ein Schauer über den Rücken, als er das hörte, und er hätte nur zu gerne Nein gesagt. Aber die Waldfrau drohte ihm mit dem Finger und sprach gleich weiter: „Wenn du mir nicht gehorchst, werde ich auch die Tiere auf deiner Alm nicht mehr länger schützen, sodass kein Stück deiner Herde am Leben bleibt!“ Den Senner graute, aber er willigte ein und hielt das Versprechen, so lange er lebte. Seit damals vermehrten sich die Bestände wieder, und die alten Thierseer erzählten, dass der Wald seither nie mehr ohne Wild gewesen ist – aber auch, dass so mancher Wilderer darin auf Nimmerwiedersehen verschwand.Aber vielleicht kannst ja Du eine Spur der geheimnisvollen Waldfrau entdecken? Es heißt, dass jeder ihrer Hand- und Fußabdrücke einen Flecken Moos hinterließ. Also sieh Dich um und schau, wo sie gegangen oder gesessen sein könnte... KRAH!
